| |
Hunderte Neugierige erkunden den Millionen-Bau in der Greizer Neustadt Von Katja Grieser Greiz. "Absulut überwältigend" fand Frank Böttger, Geschäftsführer der Greizer Freizeit- und Dienstleistungs GmbH & Co. KG, die Besucherresonanz am Sonnabend zum Tag der offenen Baustelle. Schätzungsweise 1800 Neugierige fanden den Weg in die Neustadt, um sich in der im Bau befindlichen Stadthalle umzusehen. "Die Stimmung war positiv", beurteilt Bauherr Böttger die Meinung der Besucher. Und witzelt: "Wir hätten am Sonnabend bereits die ersten Karten verkaufen können." Bis an Kartenverkauf zu denken ist, muss er sich allerdings noch gut ein Jahr gedulden. Ende 2010 soll der Bau fertig gestellt sein. Ein Termin, der natürlich witterungsabhängig ist. Fünf Fachplaner führten am Sonnabend parallel Gruppen durch das Gebäude, bei dem mit dem Innenausbau begonnen wurde. Einer davon ist Christian Helmert, Fachplaner Sanitär und Brandschutz von der Ingenieurgesellschaft Tempelwald. Zunächst konnte der Besucher das Bühnenhaus betreten, das allein durch seine Dimensionen - der höchste Teil ist gut 19 Meter hoch - beeindruckt. Von der Bühne schaut man in den Zuschauerbereich mit 470 Sitzplätzen, bei der erweiterten Variante kommen 220 Sitzplätze hinzu. Auf dem Rang gibt es nochmals 95 Sitzplätze. Der Zuschauerbereich ist abtrennbar, so dass der hintere Teil beispielsweise separat für Empfänge oder Ausstellungen genutzt werden kann. Raffiniert sind die verstellbaren Hubböden im Zuschauerbereich. So kann der Boden etwa für Theateraufführungen hinten angehoben werden, damit die Sicht in den hinteren Reihen ebenso gut ist wie vorn. Für Bälle oder auch Rockkonzerte, bei denen die Gäste nicht sitzen wollen, bleibt der Boden in einer Höhe.
Wer künftig in der Veranstaltungspause ein Gläschen Sekt genießt, kann sich zudem über den Blick zum Oberen Schloss freuen. Der ist durch die große Glasfassade in Richtung Altstadt möglich. An dieser Stelle ist auch der Haupteingang der Stadthalle, über dem sich ein freitragendes Dach befindet - eine architektonische Besonderheit, wie Helmert betont.
Über weitläufige Treppen erreicht man das Obergeschoss. Hier sind neben einem weiteren kleinen Pausenbereich vier Tagungsräume untergebracht, die auch zusammenlegbar sind. Zwischen 70 und 183 Personen können hier tagen. Ebenfalls in der oberen Etage ist der Ballettsaal zu finden, der sein charakteristisches Aussehen durch Spiegelfronten und große Fensterfläche erhalten soll. Der kleine Saal, die Studiobühne, ermöglicht nicht nur zusätzliche Veranstaltungen in kleinerem Rahmen, sondern zudem auch, dass Aufnahmen gemacht werden können. 150 Besucher sollen dort Platz finden können.
An die Künstler ist natürlich ebenfalls gedacht: Vier Garderoben à 24 Plätze plus zwei Solistengarderoben wird es in der Stadthalle geben. Die Vogtland-Philharmonie kann sich über einen separaten Orchesterprobenraum freuen, der wegen der Akustik sehr hoch, ohne Fenster und mit gewissen Wandeinbauten vorgesehen ist. Lkw können künftig direkt ans Gebäude fahren und Bühnentechnik etc. ausladen.
Das Restaurant befindet sich im Erdgeschoss und soll auch einen Biergarten mit bis zu 70 Plätzen bekommen, erklärt Helmert. Was vom Goethepark übrig bleibt, soll attraktiv gestaltet werden und ohne Zaun auch weiterhin Parkcharakter haben. Über Parkplätze brauchen sich Besucher künftig keine Sorgen zu machen. Sobald das Theater umgezogen ist, wird das alte Gebäude abgerissen und auf dieser Fläche entstehen Parkplätze.
Quelle: OTZ |